Autor: Frauke Komander (Seite 1 von 2)

MAK lädt in die Abtei Brauweiler: Anpassung – die richtige Strategie gegen die Klimakrise?

Fotos: Stefan Hössl

Fotos: Stefan Hössl

Anpassung – die richtige Strategie gegen die Klimakrise? Der Berliner Soziologe Philipp Staab stellt am Dienstag, 8. April, 20 Uhr bis 21.30 Uhr, im Kaisersaal der Abtei Brauweiler, Ehrenfriedstraße 19, sein viel beachtetes Buch „Anpassung. Leitmotiv der nächsten Gesellschaft“ vor. Für den Autor ist der Begriff der „Anpassung“ das „Leitmotiv der nächsten Gesellschaft“.

Philipp Staab schreibt, dass in der Moderne der Glaube dominierte, die Welt ließe sich gestalten und der Fortschritt sorge quasi automatisch für ein besseres Morgen. Erderwärmung, Wachstumskrise und subjektive Überlastungen haben laut Staab diesen Optimismus erschüttert. Heute gehe es in erster Linie darum, die Katastrophe abzuschwächen. Und selbst wenn dies gelingen sollte, werde man mit dem Wandel umgehen müssen. Fragen der Selbsterhaltung überlagerten dann jene der individuellen und kollektiven Selbstentfaltung. Anpassung werde zum Leitmotiv der Gesellschaft. Auch die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass Menschen im Angesicht der Interdependenz und der ökologischen Gefahren nicht länger der grenzenlosen Emanzipation huldigen können. Stattdessen, so Philipp Staab, wird die nächste Gesellschaft vor allem mit der Stabilisierung einer prekär werdenden Ordnung befasst sein.

Philipp Staab, geboren 1983, ist Professor für die Soziologie der Zukunft der Arbeit an der Humboldt-Universität zu Berlin. 2021 wurde er mit dem Hans-Matthöfer-Preis für Wirtschaftspublizistik ausgezeichnet. Er beschäftigt sich in seinen Forschungen mit dem ökonomischen, sozialen und politischen Wandel spätmoderner Gesellschaften.

Die Lesung ist eine Kooperation des Freundeskreises der Abtei Brauweiler mit der Melanchthon-Akademie.

Der Eintritt kostet 14,40 Euro. Eine Anmeldung ist hier erforderlich.

www.melanchthon-akademie.de

Bildungsurlaub bei der Melanchthon-Akademie: Bis zu fünf Tage bezahlt lernen und den Horizont erweitern

Foto: Tom Jur

Foto: Tom Jur

Wussten Sie schon? Bis zu fünf Tage können Arbeitnehmende zur persönlichen Fort- und Weiterbildung freigestellt werden. Das nordrhein-westfälische „Bildungsurlaubsgesetz“ (AWbG) macht dies möglich. Ideal für alle, die sich persönlich und  beruflich weiterentwickeln möchten. Auch die Melanchthon-Akademie bietet zahlreiche Bildungsurlaube an.

Ihr Weg zum Bildungsurlaub

Suchen Sie sich Ihren Bildungsurlaub aus und kontaktieren Sie uns. Wir reservieren Ihnen einen Platz und Sie erhalten die Antragsformulare für Ihren Arbeitgeber. Nach dessen Zustimmung ist Ihr Bildungsurlaub gebucht und die Vorfreude kann beginnen.

Breites Themenspektrum

Schwerpunktmäßig bieten wir insbesondere Bildungsurlaube zur Gesundheitsbildung, Resilienzförderung, sowie zu theologischen und ökologischen Inhalten an.

Ein Interview mit Studienleiterin Lea Braun:

Was unterscheidet einen Bildungsurlaub bei der Melanchthon-Akademie von klassischen Weiterbildungen – und was schätzen Teilnehmende besonders daran?

Lea Braun: Neben fachlichem Wissen stehen persönliche Weiterentwicklung, gesellschaftliche Reflexion und ethische Fragestellungen im Fokus. Statt trockener Theorie setzen die Veranstaltungen auf dialogisches Lernen, kreative Ansätze und erfahrungsorientierte Methoden.

Welche Themen sind besonders gefragt (die ihr anbietet) – und welche überraschenden oder neuen Angebote gibt es aktuell im Bereich Bildungsurlaub?

Lea Braun: Der Schwerpunkt unserer Angebote der Bildungsurlaube liegt im Bereich der Gesundheit. Aber in diesem Jahr finden sich neue Bildungsurlaube im Programm, die theologische Themen als Schwerpunkt setzen: Die große Stille und Verwandlung und Mensch sein.

Wie reagieren Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in der Praxis auf Bildungsurlaubsanträge – und was raten Sie Teilnehmenden, die sich zum ersten Mal trauen möchten?

Lea Braun: Die wenigsten Arbeitnehmer*innen wissen um dieses Recht. Daher wird es selten genutzt. Dabei liegt darin eine wunderbare Chance, um außerhalb von eigenen Frei- und Urlaubszeiten die eigene Weiterbildung zu fokussieren. Das nutzt sowohl Ihnen persönlich, als auch Ihrem Arbeitgeber. Ich rate Ihnen es einfach mal zu auszuprobieren und Ihr Recht wahrzunehmen.

Warum ist es gerade heute wichtig, sich auch im beruflichen Kontext mit Themen wie (die von dir genannten Themen) zu beschäftigen?

Lea Braun: In der Zeit des Bildungsurlaubs lohnt sich ein Blick über den Tellerrand. Viele von uns sind in unserem Alltag stark eingespannt und es fehlt an Zeit, um sich mit Routinen, der eigenen Gesundheit oder einem thematischen Schwerpunkt auseinander zu setzen. Der Bildungsurlaub als gesetzlich verankertes Recht bietet die Chance sich für die eigene Persönlichkeitsentwicklung Zeit zu nehmen und mit neuen Gedanken zu gesellschaftlichen oder politischen Themen zurück an den Arbeitsplatz zu kehren.

Alle Angebote finden Sie auf: www.melanchthon-akademie.de/programm/bildungsurlaub-studienreisen

Liebe ist politisch!

Foto: Jan Dooley

Foto: Jan Dooley

„‚Liebe‘ – ist das nicht ein falsches Wort?“ fragt der französische Philosoph François Jullien (2019: 159) in seinem Buch „Vom Intimen“. Und tatsächlich lässt sich zu Recht fragen: Was bedeutet „Liebe“ denn eigentlich? Wie lässt sie sich verstehen und be-/greifen? „Liebe“ ist ein schillernder Begriff – wofür eigentlich genau? Handelt es sich da um ein körperliches Begehren, eine Sehnsucht nach Berührung, Ekstase und Genuss, die schon bald wieder im Verschwinden begriffen ist? Handelt es sich um ein emotionales, vllt. manchmal auch übersteigertes Idealisieren von Personen, Lebewesen, Gegenständen oder auch z. B. Landschaften? Ist „Liebe“ nur schön und mit Vertrauen und Geborgenheit verbunden? Ist „Liebe“ nicht aber auch ein Vehikel, um letzten Endes Hass und Ausgrenzung zu legitimieren, wie bspw. im Rahmen nationalistischer „Vaterlandsliebe“ oder einer Ablehnung von Queerness im Kontext von heteronormativen Vorstellungen von Liebe, Partner*innenschaft und Familie? … oder ist „Liebe“ insbesondere eine ethisch-universalistische Grundhaltung und Wertorientierung, wie sie im Altruismus und in der Karitas ihren Ausdruck findet?

Wenn „Liebe“ all das gleichzeitig sein kann, bedeutet „Liebe“ dann am Ende… nichts mehr? … zumindest nichts Konkretes? Heißt das am Ende, dass „man nicht mehr ich liebe dich sagen sollte“, wie es Jullien (2020) formuliert, der stattdessen lieber „Intimität“ in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen rückt?

Love is all around. Liebe ist Thema!

Im ersten Halbjahr rückt die Liebe in den Mittelpunkt einer Veranstaltungsreihe der Melanchthon-Akademie – und so facettenreich, wie dieser Begriff ist, sind auch die damit verbundenen thematischen Vertiefungen. Bei diesen zeigt sich, dass Liebe fast immerzu gesellschaftsrelevante, politische Dimensionen aufweist – und auch das in vielfältiger Weise. Wer liebt wen oder was? Wer liebt wie? Wer soll wen oder was (nicht) lieben? Wie viel(e) darf man lieben? Was ist mit ungestillter Liebe? Wo hat Liebe vllt. auch anti-/demokratische Implikationen? Wie kann Selbstliebe ein Akt des Widerstands gegen Zumutungen sein – gegen Autoritäres, gegen Einengendes, für die eigene Freiheit und Emanzipation sowie die anderer?

Wir laden Sie und Euch herzlich ein, diese Fragen mit uns und unseren Referierenden zu vertiefen!

Einige ausgewählte Veranstaltungen in der Reihe „Liebe ist politisch“:

27. März 2025, 19.00-21.00 Uhr: Eva Illouz: Konsum der Romantik. Ausgewählte Passagen: Mit Markus Melchers. Hier anmelden!

9. April 2025, jeweils 19.00-21.00 Uhr: Starke Gefühle – Bibliolog meets Gewaltfreie Kommunikation. Was uns die starken Gefühle biblischer Figuren heute erzählen: Mit Jörg Heimbach und Antje Rinecker. Hier anmelden!

Sa, 5. April, 18:30-20.00 Uhr: Selbstoptimierung ≠ Selbstliebe. Warum grenzenlose Selbstoptimierung uns am Ende mehr schadet als nützt: Mit Marcel Eulenbach. Hier anmelden!

30. April 2024, 18.00-20.00 Uhr: Queeres Leben in Köln vom Mittelalter bis heute – ein historischer Stadtrundgang: Mit Thomas Freund. Hier anmelden!

7. Mai 2025, 18.30-20.00 Uhr: reasons for love. Ein philosophisch-menschenrechtliches Plädoyer für den Respekt vor unterschiedlichen Formen der Liebe: Mit Maike Nadar und Prof. Dr. Joachim Söder. Hier anmelden!

Hinschauen! Sexualisierter Gewalt gemeinsam entgegentreten

Sexualisierte Gewalt ist ein gesellschaftliches Phänomen, dessen Bekämpfung u.a. einer klaren Sprache, faktenbasierter Information und Handlungswissen bedarf. Sexualisierte Gewalt geschieht – im Alltag, in Familien, Einrichtungen, Vereinen und Kirche. Die evangelische Kirche im Rheinland hat sich Januar 2021 dazu entschlossen, auf Basis eines Kirchengesetzes die Aufdeckung und Verhinderung von sexualisierter Gewalt ernstzunehmen und im kirchlichen Alltag zu integrieren.

Sensibilisierungsschulungen

Vor diesem Hintergrund bieten wir in der Melanchthon-Akademie seit Sommer 2021 in Kooperation mit den Ev. Beratungsstellen regelmäßige Schulungen zur Sensibilisierung gegen sexualisierte Gewalt an. Ziel der Schulungen ist, durch den Austausch von Erfahrungs- und Fachwissen zu sensibilisieren, sowie über Präventions- und Interventionsmöglichkeiten zu informieren.

Schulungstypen im Überblick

Auch 2025 setzt sich das Schulungsangebot fort. Die Schulung richtet sich an ehren-, haupt- und nebenamtliche Mitarbeiter:innen des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. Es werden mehrere Schulungstypen angeboten. Zum einen finden regelmäßige Basis-Schulungen statt. Den unterschiedlichen Arbeitsfeldern entsprechend, bieten wir zudem in Kooperation mit der Ev. Beratungsstelle Leitungsschulungen für bspw. Presybter:innen, sowie Schulungen für hauptamtliche Mitarbeiter:innen in sozialen Arbeitsfeldern an.

Inhouse Schulungen

Für die Schulung eines gesamten Teams bieten wir eine Inhouse Schulung mit individueller Terminabsprache an. Auch hier erfolgt die Anmeldung über die Homepage der Melanchthon Akademie.

Offene Termine für 2025

Offene Termine für das Jahr 2025 finden Sie unter:

melanchthon-akademie.de/praevention

VERANSTALTUNGSHINWEIS

Fr., 28.03.2025, 10:00–16 Uhr

Traumasensiblere Kirche werden
Weiterdenken – ein Jahr nach der ForuM-Studie

Die Melanchthon-Akademie und die Frauenbeauftragte der evangelischen Kirche in Köln haben sich zur Aufgabe gesetzt, das kirchenleitende Handeln zur Aufarbeitung und zur Prävention von sexualisierter Gewalt durch Bildungsangebote und Einladungen zum theologischen
Nachdenken zu begleiten. Ein Jahr nach der Veröffentlichung der ForuM-Studie laden wir Sie ein, gemeinsam zu fragen und auszuloten,
was passieren muss, um auf dem Weg zu einer traumasensibleren Kirche zu sein…. Unser Studientag mit Vorträgen und Workshopangeboten soll Motivation und Auftakt sein sich auf den Weg zu machen.

Mit Prof. Dr. Michaela Geiger und Prof. Dr. Katharina von Kellenbach konnten wir Vortragende aus biblischtheologischer und sozialethischer Perspektive gewinnen. Workshops zu einzelnen thematischen Aspekten vertiefen das Vordenken. Kunst, Musik und kulturelle Interaktion bieten Freiräume zum Empowerment und Lust zum Weiterleben. Traumasensiblere und diskriminierungssensiblere Kirche können wir nur gemeinsam werden. Wir laden Sie zum Vor- und Weiterdenken ein.

Haus der Kirche I Kartäusergasse 9-11 I Nr. 1005B

LITERATURTIPP

„Entstellter Himmel: Berichte über sexualisierte Gewalt in der evangelischen Kirche“
Christiane Lange, Andreas Stahl, Erika Kerstner (Hrg.)
Zehn Menschen, die in der evangelischen Kirche Opfer von sexualisierter Gewalt geworden sind, erzählen in diesem Buch, was sie erlebt haben. Sie decken auf, wie Missbrauch unter protestantischen Vorzeichen geschehen konnte. Sie finden Worte dafür, was es bedeutet, wenn Glauben und Sexualität in ihrer Intimität verletzt werden.
26,00€ I Herder Verlag

Stille: Ein Modus des Wachsens

Pascal Chanel, unsplash

Pascal Chanel, unsplash

Wir, die Melanchthon-Akademie, sind mit unseren unterschiedlichen Bildungsangeboten Teil der quirligen Kölner Stadtgesellschaft. Wir stehen mit dem breiten kulturellen Angebot der Stadt in direkter Konkurrenz. Unser Kerngeschäft sind Worte, manchmal Musik, Kunst, Erkundungsgänge, Praktiken des Einübens, u.v.m.  Immer mit anderen, in Gruppen, Vorträgen, Workshops.

Ist es da nicht ein Widerspruch in sich, Stille zum Thema zu machen? Nein, still will die Akademie nicht sein. Und dennoch beschäftigt uns das Thema: STILLE, denn sie passt zu uns.

Warum?

Stille ist eine Qualität, die viel zu geben hat.

  • „Es gibt zwei Arten von Stille: die unangenehme, wenn man nach Hause kommt und alles ist still und leer. Diese Stille mag ich gar nicht. Aber die andere Art der Stille, wenn man keine Lust auf den ganzen Trubel hat. Dann tut Stille sehr gut.“ (Schülerin einer 5. Klasse)

Stille, oft angstbesetzt, wird so zum Sehnsuchtsort, zur Möglichkeit zur Ruhe zu kommen. Das Wort Stille beschreibt auf diese Weise etwas, das uns fehlt, einen Mangel.

Dabei ist Stille mehr, kraftvoll, sie verbindet. Dank der Stille werden unsere Sinne geöffnet. Wir werden wacher, nehmen ganzheitlicher wahr. In der Stille bringen wir die Welt über die Sinne ins Innere. So befreit sie uns von der Zweiteilung in Innen und Außen. Das Sehen wird zum Schauen, das Tasten zum Ergreifen und Ergriffensein, das Hören zum Horchen.

Stille ist ein Modus des Hörens, aus der Stille wachsen gute Worte.

  • Stille gibt Antwort auf die Frage, wer wir im Grunde sind, – oder sein möchten. „Es führen verschiedene Wege zur Stille, aber keiner führt an mir selbst vorbei.“ (Nikals Brantschen, Jesuit)

Die Stille macht sensibel für unsere zahlreichen Ersatzlösungen und Ersatzhandlungen, um uns selbst nicht zu begegnen. Sensibel für Arbeitswut, die sich als Fleiß tarnt, für das Sammeln von Wissen, dass nicht verarbeitet ist, für das Anhäufen von materiellen Gütern, als ob die Erfüllung der menschlichen Sehnsucht eine Frage der Quantität und nicht der Qualität wäre.

Dabei ist Stille einfach da. Wir müssen Stille nicht herstellen.

Es ist lediglich nötig zu lassen, was sie stört: zu viel Arbeit, zu viele Menschen, zu viele Geräusche, zu viele Ortswechsel, zu viele Erwartungen. Es ist befreiend, ein Akt der Selbstfürsorge, die unterschiedlichen „zu viel“ zu lassen und so präsent in Jetzt sein zu können. Wir brauchen Stille, um unterscheiden zu können: was vom Vielen schreit nur laut und was ist wirklich wichtig.

Stille ist ein Modus des Wachsens, in der Stille lernen wir zu unterscheiden. (Nicol Kaminsky, Landespfarrerin i.R.)

  • Es ist ein Unterschied, sich Zeiten der Stille zu reservieren, oder aus der Stille zu leben. Wie finden wir zu einer „Kultur der Stille“?

Um aus der Stille leben zu können, gerade wenn sich die Hektik unseres Alltags bemächtigt, bedarf es des Hörens, des Unterscheidens und- des regelmäßigen, geduldigen Übens. Kontemplationspraktiken verlangsamen das Leben. Sie geben Emotionen Raum, klären den Verstand, nehmen den Köper liebevoll ernst. Sie schenken Erfahrungen, die über den Menschen hinausgehen; manche nennen dies spirituelle Erfahrungen. Sie schenken Vertrauen, Kraft und Energie, innere und äußere Balance. Sie sind hilfreich und mitunter heilsam.

Kontemplation oder Meditation kann im stillen Sitzen sein, aber auch im Gehen in der Natur gelingen. Entscheidend ist das „Sich-Einlassen auf die Stille“. „Berge sind stille Meister und machen schweigsame Schüler“, sagte J.W. von Goethe. Es müssen nicht hohe Berge sein, auch beim Waldspaziergang in der Nähe stellen wir fest, dass alles Getue, Gerede, die ganze Geschäftigkeit von uns abfällt und wir stiller werden. Stille will immer wieder erlebt sein. Allein und auch in Gemeinschaft. Gut, dass es Orte gibt, an denen wir gemeinsam üben können.

Stille ist ein Modus der Kultur, beim Üben in der Stille machen wir Erfahrungen, die über uns hinausgehen.

So vieles hat uns die STILLE zu geben. Deshalb passt sie so gut zu unserer Arbeit und deshalb machen wir uns in der Akademie  auf in Räume der Stille.

Programmhighlights:

254114R Willkommen im Raum der Stille – ein Abend, der zur Erkundung der Stille einlädt
Mi., 26.02.
18:00-20:00 Uhr
Haus der ev. Kirche| Kartäusergasse 9-11

25115R Still am Morgen – gemeinsam in den Tag starten
Mo., 10.03. bis Fr. 14.03.
08:30-09:00 Uhr
Sandkapelle der Ev. Studierendengemeinde Köln| Bachemer Str. 27

254117R Die große Stille – Film-Abend in der Kartäuserkirche
Mi, 07.05.
18:00-21:00 Uhr
Kartäuserkirche| Kartäusergasse 7

254119 R „Weil es mir guttut“ – Eine Hinführung zu Meditation und Köperwahrnehmung
Di. 13.05. und 20.05.
19:00-20:30 Uhr
Haus der ev. Kirche| Kartäusergasse 9-11

Ein Beitrag zur Klimawende in der Stadt

In diesem Semester zeigt unser Titelbild Judith Mayer und Bernadette Jochens, deren Arbeit beim Ernährungsrat Köln ganz im Zeichen einer nachhaltigen Ernährung steht.

In diesem Semester zeigt unser Titelbild Judith Mayer und Bernadette Jochens, deren Arbeit beim Ernährungsrat Köln ganz im Zeichen einer nachhaltigen Ernährung steht.

Das Thema Ernährung, bzw. Ernährungsplanung, spielt eine zentrale Rolle in der Förderung von Maßnahmen zur Minderung der Auswirkungen des Klimawandels. In einer Stadt wie Köln, in der Urbanisierung und Umweltbewusstsein zunehmend miteinander verknüpft sind, wird die Förderung eines regionalen und ökologischen Lebensmittelanbaus zunehmend wichtiger. Dies liegt nicht nur an der Notwendigkeit, Transportwege zu verkürzen und CO2-Emissionen zu reduzieren, sondern auch daran, lokale Wirtschaftskreisläufe zu stärken und die Frische sowie Qualität der Nahrungsmittel gewährleisten zu müssen.

Der Kölner Ernährungsrat setzt sich aktiv für eine gerechte und nachhaltige Lebensmittelversorgung ein. Er unterstützt und vernetzt Initiativen, die auf eine umweltfreundliche Produktion abzielen und das Bewusstsein für gesunde Ernährung schärfen. Durch verschiedene Bildungsangebote wird Wissen vermittelt, das den Bürger:innen ermöglicht, informierte Entscheidungen über ihre Ernährung zu treffen. An dieser Stelle setzt auch die Kooperation mit der Melanchthon-Akademie an: Wir wollen Bildungsangebote entwickeln und durchführen, die zunehmend den Zielen der Nachhaltigkeit begegnen.

So unterrichtet Judith Mayer an der Akademie den Kurs „Permakultur – in Theorie und Praxis“, in dem Teilnehmende die Prinzipien der Permakultur kennen und umsetzen lernen. Permakultur funktioniert auch in der Stadt! Die Teilnehmer:innen lernen, wie sie Kreisläufe zwischen versiegelten Flächen, an Fassaden und (Hoch-)Beeten entstehen lassen. Sie erhalten Anregungen, welche mehrjährigen Pflanzen sich für eine essbare Beetgestaltung eignen und wie man diese mit klassischen Gemüsesorten kombiniert. Ziel des Kurses ist auch, dass am Ende alle eine griffige Erklärung zum Begriff “Permakultur” parat haben.

Bernadette Jochens bietet den Kurs „Ernährungsbildung auf Balkon und Fensterbank“ an, in dem sie Eltern zeigt, wie sie ihren Kindern spielerisch Wissen über gesunde Ernährung vermitteln können. Um Kinder für Ernährung zu begeistern, braucht es nicht viel. Sie sind von Natur aus neugierig und erleben die Welt gerne mit allen Sinnen; hier ist Gärtnern das perfekte Mittel, um dieses Thema im wahrsten Sinne des Wortes greifbar zu machen. Samen in die Erde zu setzen, Tomaten wachsen zu sehen, die Kräuter fürs Essen selber zu ernten – all das macht Kindern großen Spaß und führt dazu, dass Wertschätzung der Nahrung, Verständnis für Umwelt und vor allem auch die Neugier auf neue Lebensmittel zunehmen.

Wir wollen weiter über die Bedeutung von Ernährung in unserer Stadt nachdenken – denn nachhaltige Veränderungen beginnen oft im Kleinen. Umso mehr freuen wir uns über diese Kooperation.

PROGRAMMHIGHLIGHTS
Sa., 29.03.2025, 11.00 – 14.00 Uhr
Permakultur in Theorie und Praxis – Einführungsworkshop
Judith Mayer
1 Termin | 2 UStd | 5,00 € | Nr. N114F

Sa., 17.05.2025, 12.00 – 16.00 Uhr
Ernährungsbildung auf Balkon und Fensterbank – Kindgerechtes Gärtnern für jede Gelegenheit
Bernadette Jochens
1 Termin | 5 UStd | 5,00 € | Nr. N116F

Ein weiterer spannender Termin wird sein: Saatgutfestival in der VHS Köln am Neumarkt, 22.02.25 – Tausch und Verkauf von samenfesten Kräutern, Gemüsesorten, Blumen und mehr.

Die Arbeit des Ernährungsrats Köln lebt durch das Engagement der Kölner Bürger:innen. Die Teilnahme an den verschiedenen Ausschüssen steht allen Interessierten offen. Dort vernetzen sich Menschen z.B. zu den Themen “Essbare Stadt” oder “Ernährungsbildung und Gemeinschaftsverpflegung”. Termine hierzu finden sich auf der Webseite: www.ernaehrungsrat-koeln.de

„Man könnte sich jeden Tag ärgern, ist aber nicht dazu verpflichtet“

Hannelore Gabor-Molitor über Humor, Vertrauen und die Freude am Wachsen

Hannelore Gabor-Molitor ist Diplom-Pädagogin mit dem Schwerpunkt Erwachsenenbildung. Seit über 30 Jahren ist sie leidenschaftlich als Dozentin, Kommunikationstrainerin und Coach in verschiedenen Bildungseinrichtungen und Organisationen tätig. Ihre Schwerpunkte sind Rhetorik, Konfliktmanagement, Persönlichkeitsbildung, Intuitionsschulung und Frauenbildung.

Frau Gabor-Molitor, was reizt Sie an der Arbeit mit Erwachsenen?

Hannelore Gabor-Molitor: Erwachsene kommen oft aus eigener Motivation in meine Seminare, weil sie ein bestimmtes Anliegen haben. Das kann zum Beispiel ein Konflikt sein, den sie lösen möchten, oder der Wunsch, ihr Selbstvertrauen zu stärken. Es entsteht schnell ein Klima des Miteinanders und Vertrauens. Alle verfolgen ein gemeinsames Ziel, und während des Seminars gibt es oft Aha-Momente, die den Teilnehmenden helfen, ihre Sichtweise zu ändern oder neue Verhaltensweisen auszuprobieren.

Wie wählen Sie die Themenschwerpunkte für Ihre Seminare? Kommen die Themen zu Ihnen oder suchen Sie sie aktiv?

Hannelore Gabor-Molitor: Das ist eine Mischung. Ich versuche, den Puls der Zeit zu spüren und Themen zu wählen, die Menschen weiterbringen können. Oft sind es auch Themen, die mir selbst wichtig erscheinen, um ein selbstbestimmtes und sinnerfülltes Leben zu führen.

Wie hat sich Ihr Ansatz im Laufe der Zeit verändert?

Hannelore Gabor-Molitor: Zu Beginn meiner Laufbahn lag mein Fokus auf Frauenbildungsarbeit – es ging viel um Emanzipation, Gleichberechtigung und Selbstbestimmung. Später wollte ich sowohl Männer als auch Frauen gleichermaßen ansprechen. Mein pädagogischer Ansatz hat sich dabei über die Jahre weiterentwickelt. Die Themenzentrierte Interaktion (TZI) von Ruth Cohn bildet den Kern meiner Arbeit. Dabei geht es um die Balance zwischen der sachlichen und emotionalen Ebene sowie um den Aufbau eines Gemeinschaftsgefühls. Ergänzt habe ich diesen Ansatz durch die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg und das Focusing-Modell von Gene Gendlin.

Gab es Schlüsselmomente in Ihrem Leben, die Ihre berufliche Entwicklung maßgeblich beeinflusst haben?

Hannelore Gabor-Molitor: Ja, mehrere. Ein prägender Moment war die Entdeckung des Buches Dein Körper weiß die Antwort. Das ermöglichte mir den Zugang zur inneren Stimme der Intuition. Auch die Begegnung mit Marshall Rosenberg, als er die Akademie besuchte, und seine Arbeit zur Gewaltfreien Kommunikation hat meinen Weg stark beeinflusst. Wir haben sogar einmal gemeinsam in einer kleinen Runde am Chlodwigplatz in einer Pizzeria gegessen – eine unvergessliche Begegnung!

Mit welcher Grundhaltung begegnen Sie den Menschen in Ihren Seminaren?

Hannelore Gabor-Molitor: Respekt, Wertschätzung und eine offene, unvoreingenommene Haltung sind für mich zentral. Ich glaube daran, dass Vertrauen entsteht, wenn Menschen zusammen lachen können. Ein wenig Humor hilft, schwierige Situationen zu entspannen. Ein Leitsatz, der mich begleitet, lautet: „Man könnte sich jeden Tag ärgern, ist aber nicht dazu verpflichtet!“ Humor kann uns im Alltag viel Leichtigkeit schenken.

Was ist das Wesentliche bei Ihren aktuellen Seminarthemen?

Hannelore Gabor-Molitor: In meinen Seminaren – ob es um das Überwinden von Einsamkeit, das Lösen von Konflikten oder ums Zuhören geht – ist es mir wichtig, das Vertrauen zu uns selbst und zu anderen zu stärken. Diese innere Verbundenheit zu vertiefen und in sinnvolles Handeln umzusetzen, das ist mein Ziel und meine Motivation.

VERANSTALTUNGEN

Fr., 21.02.2025, 18:00–20:30 Uhr
Von der Kunst aufmerksamen Zuhörens
Qualität echten Zuhörens
1 Termin | 2 Ustd | 16,00€ | Nr. 3135BR

Sa., 08.03.2025, 10:00–16:30 Uhr
Unterstützung bei Konfliktlösungen
Konfliktfähigkeit: Regeln, Techniken, Strategien
1 Termin | 6 Ustd | 35,00€ | Nr. 3136BR

Mi., 12.03.2025, 18:30–21:00 Uhr
Einsamkeit überwinden, Alleinsein genießen
Verbindung und Verbundenheit mit sich selbst und Anderen
1 Termin | 2 Ustd | 16,00€ | Nr. 3138BR

Fr., 04.04.2025, 18:30–21:00 Uhr
„Abschiedlich leben lernen“
Phasen des Loslassens bewusst gestalten
1 Termin | 2 Ustd | 16,00€ | Nr. 3195BR

„Ha Makom“ oder: Wo finden wir Schutz?

Innenraum der Autobahnkirche Siegerland.

Innenraum der Autobahnkirche Siegerland.

„Ha Makom“ ist hebräisch und heißt übersetzt „Ort“. Gleichzeitig ist es eine Umschreibung des Ewigen. Der Ort der Ewigen war für lange Zeit der Tempel in Jerusalem. Eine der großen Katastrophen für das damalige Judentum war die Zerstörung des Tempels, der Verlust des Ortes des Ewigen. Das Studium und das Gespräch über die Thora, die Schrift, wurde zu einem beweglichen Ort der Begegnung. Aus dieser Tradition wuchsen an vielen neuen Orten zunächst im Mittelmeerraum solche Orte des Gesprächs und der Begegnung, Lehrhäuser, in denen sowohl mündliche als auch schriftliche Gespräche und Kommentare zur Schrift und über die gegebenen Gebote entstanden.

Orte der Begegnung verschiedener Blickwinkel, Orte des Abwägens und des genauen Auslotens, Orte mehr vom ‚Sowohl als auch‘ als vom ‚Entweder oder‘ geprägt, aber auch von Geboten der Thora bestimmt. Diese Gebote haben sich Christen und Muslime in ihren Schriften ebenfalls auf eigenständige Weise zu eigen gemacht und einen Raum des Vor-Gott-Lebens entwickelt. Diese Adaptionen sind nicht selten konfliktreich, bis zum heutigen Tage.

Wir haben viel zu besprechen über das Scheitern und das Gelingen, über das Verzweifeln und das Hoffen, über das Leben und das Sterben, über Gott/Ha Makom und die Welt. Wir brauchen viele große und kleine Orte – Gesprächsräume des Auslotens und des Abwägens, des Sowohl-als-auch, im Zwischenraum zwischen gut und böse, zwischen schwarz und weiß, zwischen richtig und falsch. Mögen unsere theologischen Gesprächsangebote ein Beitrag sein zu der Menge der Gesprächsräume, die wir hier und weltweit brauchen, damit das Zusammenleben von Verschiedenen in gegenseitigem Respekt und anerkennender Würde weiterhin bzw. endlich wieder gelingt. Diese Gesprächsräume bieten Schutz. Sie entstehen nur mit Ihnen und all den anderen zusammen, die sich, vielleicht zum ersten Mal, darauf einlassen.

SEMINAREMPFEHLUNG

Di., 18.02. – 20.05.2025, außer 02.04. und Osterferien | 11:00–12:45 Uhr
Vom Umgang mit Scheitern und Niederlagen
Die theologische Akademie am Vormittag
„Hinfallen – Aufstehen – Krone richten – weitergehen“. So sagt ein Sprichwort. Das Spannende sind die Bindestriche zwischen den Worten. Welche Ermutigung bzw. Motivation können denn zum Aufstehen helfen? Was passiert zwischen Hinfallen und Aufstehen? Die Bibel und theologische Tradition sind voller Kraftquellen und Perspektiven. „So Gott will – und er lebt“ (F.W. Marquardt) – vielleicht geht es in einer christlichen Theologie nach der Shoa nicht anders?
Jörg Heimbach, Dr. Martin Bock
Anmeldung erforderlich
10 Termine | 20 Ustd | 55,00 € | Nr. 1003B

Mi., 14.05.2025, 19:00–20:30 Uhr ONLINE
An den Kanten STARK
Interreligiös Theologie treiben – Infoabend
Das interreligiöse Lernprojekt beginnt im Sommer 2025 aufs Neue. Mit der Formulierung „An den Kanten“ betonen wir, wie wichtig uns die Verwicklung der Theologie in die großen gesellschaftlichen, ökologischen und spirituellen Transformationen ist. „Interreligiös Theologie treiben“ heißt, dass wir konsequent jüdische, christliche und muslimische Stimmen als Referent:innen und Teilnehmende ansprechen, auch über den Kölner Raum hinaus.
Dr. Martin Bock, Dorothee Schaper, Antje Rinecker
Anmeldung erforderlich
1 Termin | 2 Ustd | Eintritt frei | Nr. 1016B

Mi., 04.06.2024, 19:30–21:00 Uhr
Kirchenasyl tut Not und macht Sinn!?!
Ein Bericht zur aktuellen Situation
Gebetsort als schützender Raum für Menschen in Bedrängnis – diese Idee und Aufgabe ist so alt wie die Thora und das Alte Testament. Kirche als klärender Schutzraum für eine begrenzte Zeit. Dazu haben sich einige Kirchengemeinden entschlossen. Die Anfragen von bedrängten Personen reißen nicht ab. Wie sieht die aktuelle Lage aus? Was macht das Dublin-Abkommen mit dem Kirchenasyl? Das ökumenische Netzwerk Asyl in der Kirche NRW berichtet von aktuellen Erfahrungen hier in NRW und in Bulgarien. Das Netzwerk „Lokal Vielfalt“ aus Bilderstöckchen Nippes hat diesen Notstand im Blick und reagiert mit einem neuen Projekt. Es stellt seine aktuellen Perspektiven und Ideen für die Kölner Region vor.
In Kooperation mit Lokal Vielfalt und dem ökumenischen Netzwerk Asyl in der Kirche NRW
Benedikt Kern, Reinhild Widdig, Jan Niklas Collet, Jake Jesinghaus
Anmeldung erforderlich
1 Termin | 2 Ustd | 5,00 € | Nr. 1033S

Der künstlerische Weg als lebendiges Gebilde

EIN GESPRÄCH MIT MANFRED SCHMIDT

In der Welt der Kunst ist der Weg oft ebenso bedeutend wie das Ziel. Für den Künstler Manfred Schmidt, dessen Wurzeln in der Kunstakademie Düsseldorf liegen, ist dieser Weg ein lebendiger Organismus, vergleichbar mit einem Baum, dessen Äste sich in verschiedene Richtungen bewegen. „Wenn man offen ist, hält man öfters an und biegt auch manchmal ab“, erklärt er. Die Metapher beschreibt nicht nur seine künstlerische Entwicklung, sondern auch die ständige Suche nach neuen Ausdrucksformen.

Obwohl die ersten Jahre an der Akademie für ihn wichtig waren – vor allem durch den Austausch mit Kommilitonen und Professoren – betont er, dass die wahren Anregungen oft außerhalb des traditionellen Kunstbetriebs lagen. Es ist diese Unabhängigkeit von konventionellen Strukturen, die seinen kreativen Prozess prägt. „Man hat sein eigenes Magnetfeld“, sagt er und deutet damit auf die individuelle Natur des Schaffens hin.

Ein entscheidender Moment in seiner Entwicklung war die Erkenntnis, dass Intuition eine zentrale Rolle spielt. „Ich sehe den künstlerischen Weg aus der Distanz“, reflektiert er und kommt auf das Bild des wachsenden Baumes zurück: „Jeder Ast steht für eine Entscheidung oder eine Wendung im Leben.“ Diese Sichtweise hat nicht nur seine Herangehensweise an die Malerei geprägt (er malt jeden Tag gleich mehrere Bilder, als seien sie Früchte, die der Baum hervorbringt), sondern auch seine Verbindung zur Natur gestärkt.

Sein Herz schlägt für seinen Garten im Bergischen Land, der für ihn Ort der Inspiration und des Schaffens ist. Hier kultiviert er über 100 verschiedene Pflanzen und lässt die Bäume individuelle Richtungen einschlagen: „So entsteht ein sich stetig wandelndes Gebilde, das nicht nur das Auge ansprechen soll, sondern auch Raum für andere Kreaturen schafft“, erklärt er leidenschaftlich. Diese Nähe zur Natur spiegelt sich auch in seiner Kunst wider – neben der gegenständlichen Malerei arbeitet er ebenso abstrakt und baut Skulpturen, am liebsten, wenn Glyzinien oder wilder Wein den Dialog mit den Objekten noch befördern.

Manfred Schmidts Reise zeigt den Einfluss von persönlichen Erfahrungen und Umgebungen auf das künstlerische Schaffen. Sein Werk ist nicht nur von Farben und Formen geprägt, sondern auch von den Geschichten und Erlebnissen, die ihn umgeben haben. In einer Welt voller Ablenkungen bleibt er dem Wesentlichen treu: dem Dialog zwischen Mensch und Natur sowie dem ständigen Streben nach neuen Ausdrucksformen. Sein künstlerischer Weg bleibt spannend und vielversprechend – ein Baum voller Möglichkeiten.

Manfred Schmidt ist Dozent an der Melanchthon-Akademie und bietet folgende Kurse an:

Fr., 07.02.2025, 18:00–20:15 Uhr
Malen am Abend mit Aquarellfarben und Gouache
Wir erproben die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten mit leuchtenden wasserlöslichen Farben auf unterschiedliche Weise: abstrakte Farbverläufe, Porträts, Landschaften und Atmosphären. Der erfahrene Dozent holt Sie da ab, wo Sie mit Ihrer Erfahrung beim Malen stehen, und führt Sie zu erstaunlichen Resultaten. Bitte bringen Sie vorhandenes Malmaterial mit!
3 Termine | 36,00 € | Nr. 7134F

Sa., 15.03.2025, 10:00–14:00 Uhr
Garantiert Malen und Zeichnen lernen – Lernen zu klassischen Motiven der gegenständlichen Malerei
Die Lehrmethoden der amerikanischen Zeichenlehrerin und Psychologin Betty Edwards werden hier vorgestellt und eingeübt. Darauf aufbauend widmen wir uns den klassischen Motiven der gegenständlichen Malerei (Stillleben, Landschaft, Porträt und Akt). Bitte bringen Sie vorhandenes Mal- und Zeichenmaterial mit (Gouache, Aquarell, Pinsel, Stifte). Einfaches Papier und verschiedenfarbige Kreiden werden gestellt.
2 Termine | 64,00 € | Nr. 7135F

Köln fotografiert von Wohnungslosen: „Die Stadt aus meiner Perspektive“ – Ausstellungseröffnung

Ein Foto eines Projektteilnehmenden.

Ein Foto eines Projektteilnehmenden.

Die Foto-Ausstellung „Die Stadt aus meiner Perspektive“ eröffnet am Sonntag, 2. Februar, um 16 Uhr in der Melanchthonkirche Zollstock, Breniger Straße 18 in Köln. Die Ausstellung präsentiert Aufnahmen, die von Wohnungslosen in Köln gemacht wurden und die Stadt aus ihrem Blickwinkel zeigen.

Das Projekt ist eine Gemeinschaftsinitiative des Diakonischen Werks Köln und der Melanchthon-Akademie, gefördert von der Aktion Mensch. Im Rahmen dieses Kunstprojekts wurden etwa 100 Einwegkameras an Klient:innen der Wohnungsnotfallhilfe der Diakonie verteilt. Über den Zeitraum eines Jahres entstanden so über 1000 Fotos, aus denen in dieser Ausstellung eine Auswahl sichtbar werden wird.

Die Ausstellung bietet einen Einblick in die Lebenswelt der Wohnungslosen in Köln. Die Bilder bewegen sich in einem breiten thematischen Spektrum, von Alltagsmomenten bis hin zu persönlichen Geschichten und Emotionen.

Michael Lampa, Fachdienstleitung der Wohnungsnotfallhilfe beim Diakonischen Werk, betont die Bedeutung des Projekts: „Wir freuen uns, dass wir nun das Ergebnis dieses spannenden Gemeinschaftsprojekts präsentieren können. Es macht eine städtische Perspektive sichtbar, die ansonsten oft unsichtbar bleibt, und schafft eine Plattform, die obdachlosen Menschen eine Stimme gibt.“

Ein besonderer Aspekt des Projekts ist die gemeinsame Projektentwicklung von Anfang an: In regelmäßigen Treffen berieten sich die Fotografen gemeinsam mit Vertreter:innen der Diakonie und der Melanchthon-Akademie zur Wirkmacht der Fotografien. Dabei wurden schließlich aus den 1000 gesichteten Fotos eine Auswahl von etwa 100 Favoriten getroffen, von denen ein Teil nun in einer Kölner Ausstellungsreihe sichtbar sein wird – den Anfang macht dabei die Melanchthon-Kirche in Zollstock.

Die dortige Ausstellung läuft bis zum 16. Februar. Besucher:innen haben die Möglichkeit, nicht nur die Bilder zu betrachten, sondern auch Aufnahmen und Kalender zu erwerben. Der gesamte Erlös wird an die Wohnungslosenhilfe der Diakonie gespendet.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, die Ausstellung zu besuchen, mit den Initiator:innen ins Gespräch zu kommen und ihre Eindrücke bei einem anschließenden Orgelkonzert in der Kirche Revue passieren zu lassen.

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Website www.melanchthonkirche.de.

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